WisdomTree: Ausblick auf Aktien 2020

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Europäische Aktien haben es nicht geschafft, US-Aktien einzuholen, was auf einen steigenden Gegenwind durch Politik und Handelskonflikte sowie niedrigere Gewinnspannen zurückzuführen ist.

Aneeka Gupta
Aneeka Gupta
Aneeka Gupta, Associate Director Research

Aneeka Gupta, Associate Director Research

Obwohl
Deutschland in Europa am weitesten hinterherhinkt, bietet es den
größten finanzpolitischen Spielraum. Dieser ist notwendig, um das
Wachstum anzukurbeln. 

Die
Bewertungen europäischer Aktien sind zurzeit relativ günstig, die
Bilanzen gesund und die Dividendenrenditen attraktiv, was bei weniger
überlaufenen Value-Aktien gegenüber Wachstumsaktien noch weiteren
Spielraum nach oben lässt.

Die europäischen Aktienmärkte leiden
unter dem Zusammenfluss externer und interner Schwierigkeiten, globale
Spannungen im Handel, die Konjunkturabschwächung in der chinesischen
Wirtschaft, strukturelle Veränderungen in der Automobilindustrie und die
andauernde Unsicherheit um den Brexit. Seit 2013 schneiden die europäischen
Aktienmärkte schlechter ab als die US-Aktienmärkte, wobei der Abstand seit 2000
am größten ist.

Value-Aktien spielen im Vergleich zu den USA in Europa eine
größere Rolle, während Wachstumsaktien in den USA einen höheren Anteil haben.
Seit der großen Finanzkrise haben Wachstumsaktien Value-Aktien deutlich
überholt, was ebenfalls der mangelnden Wertentwicklung in Europa zuzuschreiben
ist. Die europäische Gemeinschaftswährung wird gegenüber dem US Dollar derzeit
auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2017 gehandelt, doch für europäische
Exporteure hat sich daraus bisher kein Wettbewerbsvorteil ergeben.

In den
ersten zehn Monaten des Jahres 2019 flossen Mittel im Wert von 8,1 Mrd. US
Dollar aus Exchange Traded Funds (ETFs) für in der Eurozone angesiedelten Aktien
ab, was den starken Pessimismus gegenüber europäischen Aktien untermauert.
Aufgrund des verhaltenen Ausblicks sind defensive Sektoren der europäischen
Wirtschaft im Vergleich zu zyklischen Sektoren überlaufen. Europa kann nur dann
ein Trendwende schaffen, wenn es zu einer Kombination aus Fortschritten in den Verhandlungen
beim Welthandel, einer Erholung bei Value Aktien und sinnvollen
finanzpolitischen Impulsen kommt.

Abb. 1: Performance-Lücke
zwischen USA und Europa

Performance-Lücke zwischen USA und Europa
Performance-Lücke zwischen USA und Europa
Performance-Lücke zwischen USA und Europa

Quellen: Bloomberg, WisdomTree. Stand:
31. Oktober 2019. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für
zukünftige Ergebnisse und der Wert von Anlagen kann fallen. Ein direktes
Investment innerhalb eines Index ist nicht möglich.

Schwäche
in der Industrie zieht auch Dienstleistungssektor nach unten

Bei der Verschlechterung der
europäischen Wirtschaftsdaten zeichnet sich kein Ende ab. Der
Einkaufsmanagerindex Flash Eurozone Manufacturing Purchasing Managers Index
(PMI) fiel mit einem Wert von 45,6 im September auf seinen schlechtesten Stand
seit fast sieben Jahren, ein Rückgang von 47 Punkten gegenüber August. Die
Schwäche war auch im Dienstleistungssektor zu beobachten, wo der Flash Eurozone
Services PMI ein achtmonatiges Tief erreichte.

Dies ist ein besorgniserregendes
Anzeichen. Abschwünge werden häufig zuerst im Industriesektor entdeckt und dann
an den Dienstleistungssektor weitergegeben, da die Industrie tendenziell
schneller auf sich verändernde Nachfragebedingungen reagiert. Ein weiteres
Anzeichen dafür, dass sich die Schwäche auf die Inlandsnachfrage auswirkt, war
ein weiterer Rückgang in der Beschäftigungskomponente des Composite PMI auf ein
Niveau, das mit stagnierender Beschäftigung und einer leicht steigenden
Arbeitslosigkeit einhergeht.

Abb. 2: Schwäche in der deutschen
Industrie dehnt sich auf Dienstleistungen aus

Schwäche in der deutschen Industrie dehnt sich auf Dienstleistungen aus
Schwäche in der deutschen Industrie dehnt sich auf Dienstleistungen aus
Schwäche in der deutschen Industrie dehnt sich auf Dienstleistungen aus

Quellen: WisdomTree, Bloomberg. Stand:
31. Oktober 2019. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für
zukünftige Ergebnisse und der Wert von Anlagen kann fallen. Ein direktes Investment
in einen Index ist nicht möglich.

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