WisdomTree: Gold profitiert weiter

Schlagworte: , , ,
Hhistorisch defensive Anlagen wie Gold stiegen so schnell wie seit Januar 2018 nicht mehr.

Die vorab zugesagte Zinssenkung der Fed treibt die Rally bei zyklischen und defensiven Assets.

Während
wir uns der von der US-Notenbank Fed vorab zugesagten Zinssenkung
nähern, erholen sich die zyklischen Märkte. So erreichte beispielsweise
der S&P 500 in diesem Monat neue Höchststände, die Preise für
Industriemetalle machten die Verluste vom Mai 2019 wett und die
Energiepreise erzielten die höchsten Gewinne seit über einem Jahr.
Unterdessen stiegen historisch defensive Anlagen wie Gold so schnell wie
seit Januar 2018 nicht mehr.

Diese
scheinbare Gegensätzlichkeit ist verständlich: Während die
Handelsgespräche zwischen USA und China wieder aufgenommen werden und
das geldpolitische Umfeld gelockert wird – beides kommt zyklischen
Vermögenswerten entgegen -, erhöht sich das Risiko, dass etwas schief
läuft und damit kommt der Wunsch der Anleger auf, ihre Positionen
abzusichern. Da die Wirtschaftsdaten aus den USA kein überzeugendes
Argument für eine Zinssenkung liefern, ist das Risiko eines politischen
Fehlers hoch. Die niedrige Inflation kann nur ein vorübergehendes
Phänomen sein.

Starke Arbeitsmarktdaten stehen im Missklang zur
aktuellen geldpolitisch zurückhaltenden Rhetorik der Notenbank und
zeigen, dass die Zentralbank selektiv nur einen Teil ihres Mandats
prüft. Investoren scheinen Gold als Risikoversicherung einzusetzen. Sie
haben sich den Reihen der Zentralbanken der Schwellenländer
angeschlossen, die in den letzten Jahren ihr Edelmetall aufgebraucht
haben. Geopolitische Risiken stützen zudem die Goldnachfrage. Die
Scharmützel auf der arabischen Halbinsel und die unheimliche Ruhe an der
Handelsfront beunruhigen einige Investoren.

Ölpreise könnten weiter steigen

Obwohl
die Internationale Energieagentur ihre Prognose für die Ölnachfrage
nach unten korrigiert hat, hat die OPEC ihre Angebotsverknappung um
weitere neun Monate verlängert. Das Ölkartell zeigt damit, dass es auf
die aktuellen Entwicklungen reagiert. Es ist klar, dass das Kartell mit
Preisen, die näher an 70 US Dollar pro Barrel und nicht unter 60 US
Dollar pro Barrel liegen, zufrieden ist. Wir erwarten, dass die OPEC
weitere Kürzungen vornimmt, falls die Marktbedingungen dies
rechtfertigen. Da die Revolutionsgarde im Iran die Säbel rasselt,
schließen wir nicht aus, dass die Ölpreise stark ansteigen, sollte der
Ölfluss um die Straße von Hormuz behindert werden. Da die spekulative
Positionierung in WTI- und Brent Futures unter einem
Fünfjahresdurchschnitt liegt, halten wir die jüngste Ölpreiserholung
nicht für überzogen.

China strebt niedrigeres, nachhaltiges Wachstum an

Da
China die schwächsten BIP-Wachstumsraten seit Anfang der 90er Jahre
verzeichnet, werden weitere Stimuli für die Wirtschaft erwartet. Wir
glauben, dass neue Impulse bevorstehen, aber sie werden behutsam sein.
Die Lust Chinas, ökonomische Verwerfungen zu erhöhen, um
den Konjunkturzyklus zu glätten, schwindet. Vielmehr strebt das Land ein
niedrigeres aber nachhaltiges Wachstum an. Das Wachstum im Reich der
Mitte dürfte eher auf den Inlandskonsum als auf den Export ausgerichtet
sein. Wir sehen darin einen insgesamt positiven Trend in Bezug auf die
Reduzierung der Volatilität der Rohstoffpreise.

Dass sich Investoren mit Short-Positionen bei Agrarrohstoffen eindeckten, zeigt eine Aufhellung der Marktstimmung,
der Angebotsüberhang in diesem Segment hält jedoch an. Die spekulative
Nettopositionierung bei Weizen, Mais, Sojabohnen, Kaffee, Zucker und
Kakao stieg im Vergleich zum Vormonat an, da die Anleger ihre
Short-Positionen reduzierten und gleichzeitig ihre Long-Positionen
erhöhten, was eine Verbesserung der Stimmung gegenüber diesen
Agrarrohstoffen unterstreicht.

Positive chinesische Wirtschaftsdaten stützen die Nachfrage nach Metallpreisen.
Die Preise für Industriemetalle erhielten einen Schub aufgrund der
monatlichen Konjunkturdaten aus China, die besser ausfielen als
erwartet. Die Aussicht auf zusätzliche Konjunkturmaßnahmen der
chinesischen Politik sollte die Nachfrage nach Metallen in Zukunft
stärken.

Die Entspannung des Handels trägt zur Erholung des Ölpreises bei.
Der Energiesektor hatte einen starken Monat mit einer Erholung der
Ölpreise, da sich die USA und China nach den Ankündigungen zum
G20-Gipfel im Juni in Richtung Wiederaufnahme der Handelsgespräche
bewegten.

Gold behauptete seine Stärke durch ein Einpreisen der Zinssenkung der Fed im Juli:
Gold erholte sich in der zweiten Junihälfte stark und blieb im Juli
stabil, wobei die Märkte nun eine Zinssenkung durch die Fed Ende Juli
erwarten. Insgesamt verzeichneten die Kurse der Edelmetalle einen
starken Monat.