WisdomTree: Rohstoff-Monatsmonitor

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Rohstoffe treten auf der Stelle – Aktien zeigen sich erholt. Ein Rückblick auf die wichtigsten Marktereignisse im Zeitraum vom 25. Oktober bis 25. November 2019.

Nitesh Shah
Nitesh Shah
Nitesh Shah

Nitesh Shah, WisdomTree

Wir
warten immer noch auf eine Bestätigung eines „Phase 1-Abkommens“
zwischen den USA und China, wobei der Begriff „Phase 1“ wirklich nur von
den USA verwendet wird. In Ermangelung eines Abkommens könnte es am 15.
Dezember zu einer Erhöhung der US-Zölle auf chinesische Waren kommen,
obwohl wir glauben, dass die Frist zur Fortsetzung der Verhandlungen
noch weiter bis zur letzten Minute hinausgeschoben werden könnte. So
oder so – wir sind nicht zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr ein
sinnvolles Abkommen erreicht wird – die Phase 1 als ein erster
Teilvertrag wird sowieso kein umfassendes Abkommen darstellen. Vor
diesem Hintergrund werden defensive Absicherungen über Gold trotz der
vorzeitigen Erholung an den Aktienmärkten in der Gunst der
Marktteilnehmer bleiben.

Industriemetalle: Wenig Optimismus herrscht vor

Der
Bereich der Industriemetalle teilt nicht den gleichen Optimismus wie
die Aktienmärkte. Sie gaben im vergangenen Monat um 4,8 Prozent nach,
angeführt von Nickel mit minus 14,0 Prozent. Der Grund liegt in der
Besorgnis über die Auswirkungen auf die Nachfrage angesichts länger
andauernder Handelszwistigkeiten. Der Sektor der Energiewirtschaft
konnte sich gegen den Trend der Preisrückgänge im Rohstoffkomplex
behaupten, aber ob die dort verzeichneten Gewinne anhalten werden, wird
von der politischen Sitzung der Organisation der erdölexportierenden
Länder (OPEC) Anfang Dezember abhängen. Wir erwarten, dass das Kartell
die aktuellen Versorgungseinschnitte zumindest verlängert, wenn nicht
sogar vertieft, denn dies dürfte die einzig sinnvolle Maßnahme sein.

Angesichts
zaghafter Anzeichen für einen beginnenden Aufschwung in der
US-Wirtschaft wird die US-Notenbank am 10. und 11. Dezember am Status
quo festhalten. Es ist zudem unwahrscheinlich, dass die Europäische
Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung am 12. Dezember die politischen
Rahmenbedingungen ändern wird, aber unter der neuen Präsidentin könnte
die EZB zum ersten Mal seit acht Jahren Hinweise über eine Kursänderung
in den kommenden Monaten geben. Die Zentralbanken werden es generell
vermeiden, die Märkte in Schrecken zu versetzen, da die Liquidität in
den letzten Wochen des Jahres tendenziell abnimmt.

Im Jahresrückblick liegen Edelmetalle vor Rohstoffen

Im
Rückblick der vergangenen 12 Monate verzeichneten Edelmetalle mit einem
Plus von 18 Prozent die deutlich bessere Performance im
Rohstoffkomplex. Einzelne Rohstoffe wie Nickel mit plus 33 Prozent und
Palladium mit plus 58 Prozent haben sich aus spezifischen Gründen
außerordentlich gut entwickelt. Wieder einmal hat Erdgas die
Energiebilanz belastet, während die Öl- und Produktpreise gegenüber dem
Vorjahr gestiegen sind.

Da
das Angebot der Nicht-OPEC-Staaten weiter zunimmt, steigt der Druck auf
die OPEC, das Angebot zu verknappen und so das globale Gleichgewicht
aufrechtzuerhalten. Die sinkende Zahl der Ölförderanlagen in den USA
sind Warnsignal dafür, wie nachhaltig das Produktionswachstum in einer
Zeit schwacher Preise sein kann. Bei der Performance von Agrarrohstoffen
und Getreide ergab sich im letzten Monat eine Aufspaltung. Die kurze
Rallye bei Kaffee, Kakao und Zucker trug dazu bei, dass sich die Preise
der Soft Commodities – mit Ausnahme von Baumwolle – erholten. Getreide
verzeichnete dagegen – angeführt von Mais, Sojabohnen und Weizen –
aufgrund schwächerer Ernteaussichten einen Rückgang bei den spekulativen
Nettopositionierungen.

Die Unsicherheit der Handelsvereinbarungen
belastet den Sektor der Industriemetalle erneut. Diese notierten nach
einer leichten Erholung im Vormonat einen weiteren schwierigen Monat, da
sich das an den Aktienmärkten vorherrschende bullishe Sentiment nicht
ganz auf den Sektor der Basismetalle niederschlug. Industriemetalle
haben wegen des ausbleibenden Durchbruchs zwischen den USA und China
beim Thema Handel nicht im Wert bewegt. Einzig Palladium ist ein
Lichtblick in diesem für Edelmetalle weiterhin eintönigen Monat.

An den
Aktienmärkten herrschte dagegen allgemein eine risikofreundliche
Marktstimmung, was auf die guten Wirtschaftsdaten des dritten Quartals
in den USA sowie auf den verhaltenen Optimismus an der
amerikanisch-chinesischen Handelsfront zurückzuführen war. Die Preise
für Edelmetalle gaben im Lauf des Monats nach, da die Nachfrage nach
Safe-Haven Investments nachgab. Palladium überstrahlte den Sektor der
Edelmetalle und steigerte damit seine Zuwächse der Monate weiter.

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